von Benjamin Holm

Rund 100 Gäste genossen das herrliche Wetter und die tolle Stimmung beim diesjährigen Sommerfest.

Gorden Isler und Joanna Abram begrüßten die Gäste und dankten den Ehrenamtlichen, die sich für den Verein in der Integrationsarbeit, in Afrika und in Äthiopien, engagieren. Als kleines Geschenk hatte die Schatzmeisterin Beate Ngee selbstgekochte Marmelade mitgebracht.

Unter den Teilnehmenden waren Partner unseres Vereins, Mitglieder, Mentoren und Paten unserer Projekte sowie Nachbarn aus Hoheluft. Auch eine Reihe von Mentees (Geflüchtete aus Eritrea) freuten sich am Wetter und dem vielseitigen Salatbuffet.

„Unsere Herzkammer wird mehr und mehr der Ort in Hoheluft, wo Ehrenamt und tolle Projekte zusammenfinden“, stellte Elke Steinweg, Leiterin des Mentorenprojektes, fest.

Höhepunkt des Festes war der Auftritt der Hamburger Soulpop-Sängerin MIU, die mit ihrem Solo-Auftritt an Ukulele und Keyboard das Fest bereicherte.

 

von Valentin Asensio

Vielleicht erinnern Sie sich noch, Ende April war die Hamburger Innenstadt vom Marathon-Fieber befallen. Wir von HAMBURGER*MIT HERZ waren ebenfalls infiziert und haben gleich drei Staffeln mit insgesamt zwölf Läufern an den Start gebracht, die bei herrlichstem Sonnenschein gemeinsam eine tolle sportliche Leistung erbracht haben.
Es gab insgesamt vier Staffelabschnitte von 16,3km, 11,2km 5,4km und 9,4km. Das Wunderbare: Alle Läufer von HAMBURGER*MIT HERZ haben ihren Streckenabschnitt mit Bravour gemeistert! Die Staffelläufer kamen alle aus unseren Sprachlotsen-  bzw. unserem Mentoring-Projekt. Beim Lauf haben die Jungs wirklich alles gegeben und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Alle drei Staffeln haben es in die Top 100 der Staffelläufer geschafft.

Platz: 23 (HAMBURGER*MIT HERZ e.V. II)
Platz: 38 (HAMBURGER*MIT HERZ e.V. I)
Platz: 100 (HAMBURGER*MIT HERZ e.V. III)

Wir als Verein sind natürlich besonders stolz und freuen uns, mit allen SchülerInnen und Mentees zusammen.
Ein riesiges Lob und Dankeschön an alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer: Ohne eure Unterstützung am Marathontag hätten wir gar nicht erst antreten können. Danke für das frühe Aufstehen, die Spitzen-Hilfe und euer Mitfiebern. Ihr seid klasse!

Ich freue mich schon total auf nächstes Jahr!

von Anja Werner

An einem der ersten warmen Abende, die uns dieser Frühling bescherte, traf ich mich mit ein paar Freunden im „Karls Café & Weine“ – einem äthiopisch-eritreischen Restaurant in Ottensen. Mit dabei war Bethlehem – Bethi, eine junge Eritreerin und Neu-Hamburgerin. Ich hatte sie dazu eingeladen, die Speisen aus „Karls Café“ zu probieren und dabei von den typischen Gerichten ihrer Heimat und den besonderen Ritualen rund ums eritreische Essen zu erzählen.

Ich war als Erste beim Lokal und wurde sofort von einem herrlichen Mix aus Weihrauch- und Popcorn-Duft empfangen, der aus dem kleinen Lokal auf die Straße wehte. Alex, der Inhaber, stellte sich mir vor und ließ mich den schönsten Platz aussuchen. Ich wählte einen kleinen Tisch im Außenbereich. „Geh auch mal rein“ sprach er ganz vertraut mit mir, „und sieh dir alles an.“ Das ließ ich mir natürlich nicht nehmen. Im Gastraum duftete es nach Kaffee, der den ganzen Abend über in einer Kaffee-Zeremonie zubereitet wird. Nein, hier drückte natürlich niemand auf den Knopf des Vollautomaten, vielmehr saßen zwei junge Afrikanerinnen zusammen und brühten nach alter Tradition den weltberühmten äthiopischen Kaffee auf. An den Wänden hingen landestypische Bilder, Flaggen und Trachten, auf den Schränken stand äthiopische und eritreische Handwerkskunst. Sogar der Fußboden war authentisch mit Gras und Blumen ausgelegt.

„Dieses Gras steht für den Segen der Fruchtbarkeit“ erklärte Bethi, die gerade dazugekommen war, und lachte – also besser schnell wieder raus. Der Rest meiner Freunde war bereits eingetroffen, wir setzten uns und bestellten Wein. Bethi blieb bei Wasser. „Wein schlägt mir auf den Magen“, erzählte sie uns, „das war schon immer so. Auch die Schärfe unserer Speisen vertrage ich nicht immer so gut.“ Bethi stammt aus Eritrea, ist 30 Jahre alt, lebt seit etwa drei Jahren in Hamburg und ist gläubige Christin. „Ich koche hier sehr oft die Gerichte, die ich von meiner Mutter gelernt habe, besonders an Feiertagen, nur gibt es manchmal nicht die gleichen Zutaten wie zuhause oder sie heißen anders.“ So hatte sie einmal Freunde gebeten, ihr Gehacktes mitzubringen, um daraus eine typische Speise aus ihrem Heimatland für sie zu kochen. Gemeint hatte Bethi Fleisch, das, wie in Eritrea üblich, mit dem Messer gehackt wird – wie eine Art Gulasch. Doch wer bei uns Gehacktes bestellt, bekommt Mett. Mett kennt die eritreische Küche jedoch gar nicht. Bethi musste also improvisieren und hat dennoch etwas Leckeres gezaubert.

In Karls Restaurant gab es dann ein Menü in drei Gängen. Man kann es mit Fleisch, als vegetarische Speisen und vegane Alternative bestellen. Vor dem Essen wurde uns eine Kanne mit Wasser und eine Schale gereicht, in der wir unsere Hände wuschen, denn in Eritrea isst man mit der Hand. Die Vorspeise: drei verschiedene Brote, drei verschiedene Aufstriche und Mus-Arten sowie ein Schälchen mit einem leckeren, frischen Linsensalat. Das Brot mit der getrockneten Tomate kommt mir allerdings spanisch vor – das kann ich mir nicht als eritreische Spezialität vorstellen. Gibt es das wirklich in Eritrea? „Ja, ganz genau so,“ sagte Bethi.

Der Hauptgang für fünf Personen kam dann auf einem riesigen, runden Teller, der in die Mitte des Tisches gestellt wurde. Ein Injera-Fladen lag auf dem wagenradgroßen Teller zuunterst, darauf die verschiedensten Gemüse, Soßen und Hähnchenbeine. Dazu brachten uns die Kellnerinnen weitere gerollte Injera. Bethi riss ein Stück des Fladens mit ihrer linken Hand ab, das sah mit einer Hand schon ziemlich akrobatisch aus, fuhr damit in die Soße und, jetzt wird’s spannend, steckte es ihrem Sitznachbarn in den Mund. „Bei uns ist das ein Zeichen des Respekts. Wir füttern die Menschen, denen wir Respekt zollen.“ Auch wir anderen waren nun eifrig am Füttern.

Bereit standen außerdem eine große Schale mit Hühnerbeinen für uns alle und ein Schälchen mit körnigem Frischkäse. „Der Frischkäse neutralisiert übrigens die Schärfe der anderen Speisen. Wem das Essen zu scharf wird, der rührt sich Frischkäse unter“, erklärt Bethi und nimmt sich einen großen Löffel davon. Ich genieße die Schärfe und finde sie sehr angenehm.

Während des Essens stellen wir Bethi viele Fragen, wir sind richtig neugierig geworden:

Welche Grundnahrungsmittel habt ihr in Eritrea?

Unsere Injera-Fladen sind aus Teff-Mehl und sogar glutenfrei. Es gibt reichlich Kohl: Grünkohl, Weißkohl, all sowas. Außerdem machen wir viele Soßen oder Salate mit Linsen. Wenn man sie zerstampft, bekommt man sämige Soßen davon. Und an alles geben wir getrocknete Chilischoten, sie wirken antibakteriell.

Sieht euer Ernährungsplan viele tierische Produkte vor?

Ein sehr bekanntes Gericht enthält ein Hühnerbein und ein gekochtes Ei, aber eigentlich ernähren wir uns größtenteils vegan. Zu Fastenzeiten verzichten wir ganz auf tierische Produkte.

Wie oft fastet ihr denn?

Zweimal in der Woche für einen ganzen Tag und mehrmals im Jahr für mehrere Wochen.

Gibt es etwas, das man bei Tisch nicht tut?

Man leckt sich nicht die Finger ab. Meine Mutter hat immer geschimpft, wenn ich das als Kind getan habe.

Wie behandelt man Gäste? Ist das wie bei uns?

Ja, es ist sehr ähnlich. Der Gast bekommt immer zuerst und immer das beste Stück. Er wird mit ein paar Happen gefüttert und bekommt von allem am meisten. Gastfreundschaft wird bei uns großgeschrieben.

Erinnerst Du Dich an einen Brauch, der bei euch zuhause immer eingehalten wurde?

Zu jedem gemeinsamen Essen hat mein Vater zuallererst jedem Familienmitglied ein Stück Injera gereicht, das wir ohne Soße aßen. Danach begann das eigentliche Essen.

Wir plauderten noch lange mit Bethi. Ich fand es bemerkenswert, wie das Essen von einem gemeinsamen Teller unsere Gruppe im Laufe des Abends immer vertrauter gemacht hat – oder war es das Essen mit den Händen? Insgesamt war es jedenfalls ein weitaus innigeres und gemütlicheres Zusammensein, als eine Mahlzeit in einem schicken Hochglanzrestaurant, bei der man sich gegenübersitzt.

Und wie fand Bethi das Essen bei „Karls“ und den gemeinsamen Abend? „Es war toll und hat nach Zuhause geschmeckt.“

Von Thorsten Beckmann

Es ist 5.45 Uhr am Samstagmorgen, das Eingangstor zum SC Osterbek ist noch verschlossen. Doch Jugendtrainer Peter Grußendorf (Foto) kommt gerade an, das Tor geht auf und es kann losgehen: Die Vorbereitungen für den 3. HAMBURGER*MIT HERZ-Cup.

Neun Tapeziertische, neun Zelte, Getränke und leckeres Essen wie Pommes, Würstchen, Kuchen oder belegte Brötchen zur Stärkung sowie ein Tombola-Stand werden aufgebaut. Viele Eltern der Kids vom SC Osterbek packen gemeinsam mit an, damit rechtzeitig zum Turnierstart um 9 Uhr alles bereit ist. Martina Michael (Foto), die Turnier- und Jugendleitung des SC Osterbeks, hat alles großartig organisiert und begrüßt die ersten Mannschaften.

Und dann geht es los: Die Kids sind mit großer Freude und vollem Einsatz bei der Sache, rennen über den Rasen, hechten dem Ball hinterher und geben wirklich alles. Dabei werden sie von den Besuchern und Eltern aus voller Kehle angefeuert, die Stimmung ist toll! Auch der Grill glüht und die ersten Würstchen verbreiten einen herrlichen Duft.

Auch beim Tombola-Stand geht die Post ab, immer mehr Lose werden verkauft. Ein großes Dankeschön an die vielen Partner, die großartige Gewinne gespendet haben, um weitere Spenden für den Verein HAMBURGER*MIT HERZ zu generieren. Danke an fairvendo, die Punkt Apotheke, Brosch Textilien und den Malerbetrieb Rolf Beckmann GmbH für Sachspenden und finanzielle Unterstützung.

Auf dem gesamten Gelände des SC Osterbeks herrscht reges Treiben. Am ersten Turniertag wird der SV Lurup Gruppensieger des Jahrgangs 2009, im Jahrgang 2010 gewinnt der VSG Stapelfeld. Am Sonntag, dem zweiten Turniertag, schafft es die Mannschaft von DuWo08 (Gruppensieger im Jahrgang 2007) an die Spitze. Herzlichen Glückwunsch! Das letzte Saison-Heimspiel der Herrenliga endet dann mit 3:3.

Auch die Kinder von Mekerie können sich freuen: Die Einnahmen der Tombola in Höhe von 885,- € gehen direkt an das HAMBURGER*MIT HERZ-Projekt in der äthiopischen Partnerstadt. Ebenso ein Drittel der Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken in Höhe von 331,16 € vom SC Osterbek. Stolze 1.216,16 € kamen so für den guten Zweck zusammen. Wir danken allen Teilnehmern*, Helfern*, Unterstützern*, Schiedsrichtern und dem gesamten Orga-Team des SC Osterbeks von Herzen für diesen tollen 3. HAMBURGER*MIT HERZ-Cup und freuen uns schon auf das nächste Jahr.

Im August und September 2014 hat Julia Ninic (39) in einem äthiopischen Waisenhaus gearbeitet, um den Kindern vor Ort zu helfen. Die Lüneburgerin hatte zuvor schon einige afrikanische Länder bereist und sich für dieses soziale Projekt entschieden, um die Menschen im Land ganz gezielt zu unterstützen.

„Der Wecker klingelt um 7:30 Uhr, gegen 8 Uhr gibt es Frühstück: Weißbrot mit Marmelade. Im Anschluss fahre ich mit dem Minibus von Kazanchis über Arat Kilo zur Station Kabena. Von dort aus sind es nur noch wenige Meter zum Waisenhaus –die ich leider fast immer im Regen zurücklegen muss. Wenn ich im Waisenhaus ankomme begrüße ich als erstes die Kinder. Das ist jedes Mal so niedlich, denn sie Kinder sind einfach überall und die 4 bis 8-Jährigen rufen erst: „Schoooooool?!?! Jawoll!“ und rennen dann los ins Klassenzimmer. Um 9 Uhr geht’s in etwa los: Wir lernen Zahlen und Buchstaben, einige können auch schon englische Worte schreiben. In der Pause wird manchmal gesungen oder draußen ein Zahlenspiel gespielt. Dann gehen wir zu den Babys und spielen draußen mit ihnen – wenn es nicht gerade regnet. Die anderen spielen Fußball.

Neben all der Lernerei wird aber auch viel gekuschelt und gealbert! Hier leben Mädchen und Jungs, manche sind noch Babys, andere bereits 18 Jahre alt, alle zusammen in einem Haus. Es gibt Mamas, die kochen, waschen und auf die Kinder aufpassen. Sie arbeiten in 24 Stunden-Schichten und wechseln sich ab. Neben den Mamas verantworten zwei Schwestern das Haus. Die Schwestern bringen auch manchmal neue Kinder mit hierher, sie sind wirklich zuckersüß. Auch wenn sie manchmal sehr hektisch sind, freue ich mich jeden Tag auf die kleinen Racker! Am späten Nachmittag fahre ich wieder zu meiner Gastfamilie – sie ist zauberhaft! – und esse gegen 20 Uhr mit ihnen zu Abend. Ich spreche viel mit ihnen, das ist jedes Mal toll. Außerdem lese ich viel und versuche, früh schlafen zu gehen, um wieder fit zu sein für den nächsten Tag mit meinen Kleinen. Das ist gar nicht so leicht, wie es sich anhört, denn zum einen ist es sehr kalt, zum anderen muss ich abends erstmal den ganzen Tag gedanklich verarbeiten.

An den Wochenenden erkunde ich mit ein paar anderen Ehrenamtlichen die Schönheit Äthiopiens. Ich habe ja schon viele afrikanische Länder bereist und erlebt und jedes einzelne Land ist einzigartig und wunderbar – und gerade Äthiopien ist sehr besonders. Ich bin unendlich dankbar für diese wertvolle Erfahrung, die ich niemals vergessen werde – so wie ich mich immer an jedes einzelne Kind erinnern werde.“

 

Die Idee dahinter: Mit dem Kauf des äthiopischen Bio-Fairtrade-Kaffees fördern Sie direkt unser Projekt in Äthiopien. Pro 250g-Packung für 12€ kommen 5€ des Verkaufspreises unserem Patendorf Mekerie und den Kindern dort zugute. Ein besonderer Arabica-Kaffee aus dem südwestlichen Hochland in Yirgaheffe mit Karamell-Aroma und einer Fruchtnote, die an Earl Grey erinnert.

Und da Weihnachten naht: Der Kaffee ist auch gut als Geschenk geeignet! Sie bekommen ihn entweder direkt bei uns in der „Herzkammer“ (Heider Str. 1), in allen Shops der Public Coffee Roasters und im Internet unter:

www.publiccoffeeroasters.com/herz-und-verstand .

 

 

Wir informierten Interessierte über unsere verschiedenen Projekte wie die Sprachlotsen, das Mentoring und unser Partnerdorf Mekerie. Außerdem verkauften wir Injera, leckeres eritreisches Fladenbrot, selbstgebacken von Eritreerinnen aus unserem Sprachunterricht. Es gab Bio-Waffeln und den extra für unseren Verein produzierten „Herz und Verstand“- Biokaffee aus Äthiopien.

Und weil neben essen auch singen gute Laune macht und Menschen zusammenbringt, luden wir jeden Montag im Dezember zum offenen Singen auf dem Adventsmarkt ein. Begleitet wurde der Spontan-Chor von den Hamburger Jungs von „Kabel Jo“. Sie sorgten, ausgerüstet mit Akkordeon, Kontrabass, Gitarre und adventlichen Liederbüchern für den passenden Rahmen und richtig gute Laune.

Am 16. Juli haben wir im Herzen Hamburgs unsere neuen Räume – die Herzkammer – eröffnet. Für alle, die nicht dabeisein konnten oder die, die das Fest noch einmal nachklingen lassen möchten: Hier gibt es ein paar Impressionen von den Feierlichkeiten.

Nach einleitenden Worten unseres Vereinsvorstandes Gorden Isler und Beate Ngee hielt Dorothee Martin vom Hamburger Senat eine kleine Ansprache. Während das Eröffnungsband für die Herzkammer durchgeschnitten wurde, spielte die Hamburger Band „Albers Ahoi“ klassische Hamburger Lieder. Die Hamburger Klassiker wurden wunderbar von Mulugeta ergänzt, der auf der Kar, einem traditionellen Seiteninstrument aus Eritrea, gespielt hat.

Auch das kulinarische Angebot von Kuchen, Grillwürsten und eritreischen Kaffeezeremonie fand ganz im Sinne des Mottos „Heimat“ statt, der alten in Eritrea und der neuen nun in Deutschland.

Die Fotoausstellung der Fotografin Elena Zaucke kam sehr gut an. Sie hat einige der Teilnehmer porträtiert und ihrer Wünsche, Hoffnungen und Ziele an das neue Leben in Hamburg gezeigt. (Wer die Eröffnung verpasst hat: Die Bilder sind noch bis Anfang September in der Herzkammer zu sehen.)

In Deutschland wird ja allgemein gerne über das Wetter gesprochen und leider wurde unserer Einweihungsfeier immer wieder von kleinen Schauern heimgesucht. Dennoch ließen sich viele Besucher nicht davon abhalten ihre Bratwurst oder einen eritreischen Kaffee zu den fetzigen Klängen von „Albers Ahoi“ zu genießen.

Jetzt geht die Arbeit erst richtig los! Die Herzkammer wird ein Ort der Begegnung, der Ankunft, der Teilhabe, der Integration und der Heimat. Dorothee Martin beschrieb es in ihrer Rede zur Eröffnung sehr schön: Zwei Herzkammern werden von einem starken Muskel umschlossen und bewegt. Die eine Kammer steht für sie für die Menschen in Hamburg und die andere Kammer für die Neuhamburger*innen. Unsere neue Herzkammer für den Ort, den Willen und das Engagement, diese wichtige integrative Arbeit gemeinsam zu leisten.

Wir werden unsere Räumlichkeiten jedoch auch für Ausstellungen, Bildungsprojekte und die Zusammenarbeit mit anderen NGOs selbst nutzen und zur Verfügung stellen. Besuchen Sie uns und halten Sie sich hier auf dem Laufenden. Wir werden euch spannende Themen und Projekte anbieten.

P.S.: Die Fotoausstellung von Elena Zaucke ist noch bis Anfang September in der Herzkammer zu sehen. Wochentags zwischen 15 und 20 Uhr ist immer jemand von uns da. Gern vorbeikommen!

Sea-Eye Team

Vergangenes Wochenende besuchten uns der Sea-Eye Gründer, Michael Buschheuer, und der Pressesprecher Hans-Peter Buschheuer in Hamburg. Gemeinsam sprachen wir über die aktuelle Situation auf dem Mittelmeer und erfuhren von den neusten politischen Entwicklungen in Italien. So wird derzeit über einen italienischen Einsatz im libyschen Hoheitsgewässer ratifiziert. Dieser sieht vor, Flüchtlinge in Gummibooten direkt nach dem Start an der Küste abzufangen, zurück an Land zu bringen und in neu errichtete Unterkünfte zu bringen. Der Lösungsansatz ist sehr fragwürdig aber zugleich sehr entscheidend für die NGOs auf dem Mittelmeer. Einen ausführlichen Bericht können Sie auf Reuters nachlesen: http://www.reuters.com/article/us-libya-security-italy-navy-idUSKBN1AC1PA

Mit unseren Freunden bei Sea-Eye nahmen wir an der Open-Air Vorführung unserer Dokumentation MINDEN REPLYING im Harburger Binnenhafen teil. Organisiert wurde das Event vom Kreisverband der Grünen. Es fand eine rege Diskussion mit Bundestagsmitglied Manuel Sarrazin, Sea-Eye Gründer Michael Buschheuer, dem 1. Vorsitzenden von HAMBURGER*MIT HERZ e.V. Gorden Isler und dem Filmemacher Maik Lüdemann statt.

MINDEN REPLYING beim Kulturkran

Am Sonntag fand eine weitere Vorführung unserer Dokumentation, in unserem neuen Büro statt. Wir durften rund 20 Personen in der „Herzkammer“ begrüßen. Michael Buschheuer erzählte uns seine Geschichte, wie er als Maler und Lackierer zum Gründer einer wichtigen NGO wurde.

Michael Buschheuer, der Gründer von Sea-Eye e.V. zu Gast in Hamburgs Herzkammer.

Posted by HAMBURGER MIT HERZ e.V. on Sonntag, 30. Juli 2017

 

Was ist MINDEN REPLYING?
Im vergangen November fuhren zwei unserer Mitglieder auf dem Seenotrettungskreuzer Minden mit. Sie drehten vor Ort eine Dokumentation über die Lage auf dem Mittelmeer und die Abläufe von Rettungseinsätzen. HAMBURGER*MIT HERZ setzt sich seither für Bildung zu der aktuellen Situation ein. Die Doku kann ab August gekauft oder geliehen werden. Für öffentliche Vorführungen bieten eine kostenfreie Vorführkopie an. Den Trailer zum Film finden Sie auf: http://minden-replying.de

Wer ist Sea-Eye?
Sea-Eye startete erst im Herbst 2015, als eine kleine Gruppe um den Regensburger Unternehmer Michael Buschheuer beschloss, dem Sterben der Flüchtenden im Mi’elmeer nicht länger tatenlos zuzusehen. Die Initiative kaufte ein Schiff, einen alten Fischkutter, und rüstete ihn zum Zweck der Seenotrettung um. Das Schiff, inzwischen auf den Namen Sea-Eye getaut, ist seit April 2016 auf Beobachtungs- und Rettungsfahrt vor der Küste Libyens: Die einzige Aufgabe besteht darin, in Seenot Geratene und Ertrinkende zu retten, Hilfe herbei zu holen. Im Jahr 2016 konnten die Crews der Sea-Eye 5568 Menschen aus Seenot retten! Die Initiative ist inzwischen auf rund 500 Menschen aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland angewachsen. Sie arbeiten ohne Bezahlung an dem Projekt Sea-Eye mit, verzichten auf Freizeit und Urlaub.

In dem betroffenen Seengebiet vor der Küste Libyens hält die Sea-Eye Ausschau nach seeuntüchtigen überfüllten Booten, die zu kentern drohen. Die Menschen werden mit Rettungswesten und Wasser versorgt, die Boote mittels Rettungsinseln entlastet. Schwerverletzte können an Bord der Sea-Eye in einer Krankenstation versorgt werden. Gleichzeitig wird ein SOS-Notruf an die Seenotleitstelle Mittelmeer in Rom abgesetzt. Nach internationalen Seerecht sind alle Schiffe, die sich in der Nähe befinden, verpflichtet, Schibrüchige aufzunehmen. Obwohl alle Helfer kostenlos an Sea-Eye mitwirken, ist der Verein auf Sach- und Geldspenden angewiesen. Das Projekt wird in diesem Jahr rund 500.000 Euro benötigen: Für Diesel, Flüge, Unterkunft, Rettungsmaterialien, Verpflegung, medizinisches Gerät, Elektronik. Weitere Infos unter: http://sea-eye.org